Zusammensetzung des Strompreises

 

Der Strompreis, den Sie als Kunde bezahlen, setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen:

  • Arbeitspreis: Der Arbeitspreis ist der Preis für den verbrauchten Strom in Cent pro Kilowattstunde. 
  • Grundpreis: Der Grundpreis für Strom ist der verbrauchsunabhängige Teil der monatlichen Stromrechnung, der auch dann fällig wird, wenn kein Strom verbraucht wurde. 

Diese beiden Bestandteile bestehen wiederum aus verschiedenen Komponenten:

  • Staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen
  • Netznutzung
  • Kosten für die Strombeschaffung (Erzeugung oder Einkauf), Vertrieb und Gewinnmarge

 

Staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen

Mit dem gesetzlich vorgeschriebenen EEG-Aufschlag wird die Energieerzeugung aus Anlagen erneuerbarer Energieträger wie z.B. Photovoltaik- oder Windkraftanlagen gefördert. Die Vergütung des erzeugten Stroms ist im EEG geregelt. Die daraus entstehenden Kosten werden bundesweit einheitlich auf alle Stromkunden umgelegt.

Die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) dient der Erhaltung und Modernisierung von Anlagen, in denen gleichzeitig Strom und Wärme gewonnen werden. 

Dadurch wird ein höherer Nutzungsgrad erreicht, wodurch Brennstoff eingespart und Kohlendioxid-Emissionen vermindert werden können. Betreiber von KWK-Anlagen erhalten einen gesetzlich festgelegten Zuschlag. Die Kosten werden gemäß Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) bundesweit einheitlich auf die Verbraucher umgelegt.

Durch die Umlage nach § 19 Abs. 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) wird die Entlastung stromintensiver Industrieunternehmen von den Netzentgelten finanziert. Unter bestimmten Vorraussetzungen können Kunden ein individuelles Netzentgelt beantragen. Dadurch entgehen dem Betreiber von Übertragungsnetzen Erlöse. Die fehlenden Erlöse werden wiederum als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf alle Kunden bundesweit einheitlich umgelegt.

Offshore-Anlagen bezeichnen Windenergieanlagen, die auf dem Wasser installiert werden.

Die Offshore-Umlage beinhaltet zum einen die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Offshore-Netzanschlüsse. Dieser Kostenblock wurde bislang über die allgemeinen Netzentgelte an die Stromkunden weitergereicht. Zum anderen soll sie Investitionen der Betreiber von Offshore-Windanlagen finanziell absichern, wenn diese zum Beispiel durch Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom einspeisen können. Die Kosten der Absicherung werden bundesweit einheitlich auf alle Stromkunden umgelegt.

Große Stromverbraucher sollen bei drohender Instabilität des Stromnetzes kurzfristig ihren Verbrauch reduzieren. Die Umlage finanziert die dafür entstehenden Kosten. 

Anbieter von Abschaltleistung aus abschaltbaren Lasten erhalten, wenn sie sich in Vereinbarungen mit Betreibern von Übertragungsnetzen zu Leistungen verpflichtet haben, die den Anforderungen dieser Verordnung genügen, Vergütungen für die Bereitstellung der Abschaltleistung für den vereinbarten Zeitraum (Leistungspreis) sowie für jeden Abruf der Abschaltleistung (Arbeitspreis). Die Umlage für abschaltbare Lasten wird von Letztverbrauchern erhoben.

Die Stromsteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, die seit 1999 auf Grund des Gesetzes zur ökologischen Steuerreform erhoben wird. Besteuert wird der Verbrauch bzw. die Entnahme aus dem Netz im deutschen Steuergebiet. Die Stromsteuer wird von Energieversorger erhoben und an den Fiskus abgeführt.

Anteile von Steuern, Abgaben und Umlagen 2020

  ct/kWh
Stromsteuer: 2,050
Netznutzung Arbeit: 7,930
Konzessionsabgabe: 1,590
EEG-Umlage: 6,756
KWKG-Umlage: 0,226
Sonderumlage § 19 Abs. 2 StromNEV: 0,358
Offshore-Netzumlage § 17 f Abs. 5 EnWG: 0,416
Abschaltumlage § 18 AbLaV: 0,007

Netznutzung

Über die Netzentgelte werden Wartung, Instandhaltung und Betrieb des Versorgungsnetzes gesichert. Gezahlt werden sie für den Transport und die Verteilung der Energie und die damit verbundenen Dienstleistungen. Die Höhe der Netzentgelte wird jedes Jahr neu berechnet. Die aktuellen Preise finden Sie hier.

Weitere Infos zu den Netzentgelten finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Um nachweisen zu können, wie viel Strom zu unseren Kunden gelangt, benötigt jeder Kunde einen Stromzähler. Die Entgelte für den sogenannten Messstellenbetrieb (MSB) fassen alle Kosten, welche die Bereitstellung des Zählers sowie die regelmäßige Messung Ihres Stromverbrauchs betreffen, zusammen. Hierunter fallen auch der Ein- und Ausbau sowie der Betrieb und die Wartung des Zählers.

Die Entgelte werden in Euro/Jahr abgerechnet und sind im Grundpreis enthalten.

Die Konzessionsabgabe ist eine Gebühr, die von Städten/Kommunen erhoben wird, wenn ein Netzbetreiber die Wege und Straßen nutzt, um Versorgungsleistungen zu legen oder zu betreiben. Die jeweilige Konzessionsabgabe wird seitens des Netzbetreibers weiterberechnet und vom Energieversorger dem Kunden in Rechnung gestellt.

 

 

Stromkennzeichnung

Jeder Haushalt verursacht auch Klimafolgen – bei der Stromproduktion für einen jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3.000 Kilowattstunden entstehen z. B. im Bundesschnitt rund 1,3 Tonnen des klimaschädlichen Kohlenstoffdioxids (CO2).

Bei den Stadtwerken Unna ist dies nicht der Fall: Wir liefern allen Haushalts- und Gewerbekunden 100 % Ökostrom ohne Aufpreis. Dieser Strom verursacht somit keine CO2-Emissionen.

Trotzdem weisen wir auf den Jahresabrechnungen wie in unserer Umwelterklärung sauber den Unnaer Gesamtmix aus. Auch hier kann sich die Bilanz sehen lassen: Dank unserer Anstrengungen zur Förderung natürlicher Energien verursacht der gesamte SWU-Strom 0 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (BRD Strommix 352 g/kWh). Der Strom stammt zu 23,4 % aus regenerativen Energien, die nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz gefördert sind (BRD: 40,4 %) und zu 76,6 % (BRD: 3,9 %) aus sonstigen regenerativen Energien (unter Einbeziehung von Herkunftsnachweisen).

Die Stromkennzeichnung unseres Unternehmens erhalten unsere Kunden mit der jährlichen Stromrechnung.