Stadtwerke Unna sind auf Notfallszenario vorbereitet
(Stand 07.04.2022)

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 30.03.2022 die Frühwarnstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Das Ministerium sieht Hinweise dafür, dass sich die Gasversorgungslage erheblich verschlechtern kann. 

Die Stadtwerke sind sich ihrer Verantwortung für die Versorgungslage in Unna bewusst und für eine mögliche Notlage vorbereitet.

Aktuell besteht noch keine Mangellage. Der Schritt dient aber der rechtzeitigen Vorbereitung auf einen möglichen russischen Lieferstopp und eine dann folgende Unterversorgung. „Die Ausrufung der Frühwarnstufe ändert für die Gas- und Fernwärmekunden in Unna erst einmal nichts. Die Gasversorgung in Unna ist gesichert“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schäpermeier. Aufgrund der Speicher ist für das Frühjahr und den Sommer kein Engpass zu befürchten. 

Für Sie haben wir die aktuell wichtigen Fragen rund um die Energieversorgung in Unna zusammengestellt.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 30.03.2022 die Frühwarnstufe im Notfallplan Gas ausgerufen. Das Ministerium sieht Hinweise dafür, dass sich die Gasversorgungslage erheblich verschlechtern könnte.

In den kommenden Monaten müssen sich Kunden keine Sorgen um ihre Wärmeversorgung machen. Insbesondere Haushalte und schützenswerte Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime gehören nach dem Notfallplan zu den besonders geschützten Gaskunden.

Die Bundes- und Landesregierung tut alles Notwendige, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten. Hinzu kommen Planungen auf der EU-Ebene, bei der Sicherstellung der Gasversorgung gemeinsam aktiv zu werden.

Wichtig ist zu betonen, dass all diese Aktivitäten zunächst als Vorsichtsmaßnahmen zu verstehen sind, um der Gefahr physikalischer Energieknappheiten frühzeitig zu begegnen.
 

Für die laufende Heizperiode ist die Versorgung mit Erdgas gesichert. Aktuell halten alle Vorlieferanten ihre Verträge ein.

Am 30. März 2022 wurde die Gas-Frühwarnstufe des Notfallplans ausgerufen. In dieser Stufe wird die aktuelle Situation im Gasnetz engmaschig beobachtet und bewertet.

Es geht zunächst darum, dass sich die Marktakteure und die Politik auf mögliche Engpässe einstellen und einen gemeinsamen Krisenstab bilden. Das betrifft Gashändler und Lieferanten sowie die Betreiber von Gasfernleitungen und den überregionalen Gasnetzen.

Auf die unterschiedlichen Szenarien für Unna bereiten wir uns bestmöglich vor.
 

Für den Fall eines Versorgungsengpasses haben wir in Europa entsprechende Schutzmechanismen, durch die Haushaltskunden und verschiedene Einrichtungen durch gesetzliche Bestimmungen besonders geschützt sind.

Im Fall einer übergeordneten nationalen Gasmangellage greift der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“.
Dieser regelt, wie Krisenmaßnahmen zwischen Erdgasversorgern, gewerblichen Kunden und Behörden koordiniert werden.
Notwendige Maßnahmen werden vorbesprochen und gemeinsam erörtert.
 

Eine Gasmangellage tritt dann ein, wenn es keinen Ausgleich zwischen Einspeisung und Ausspeisung mehr gibt. Oder anders ausgedrückt: Wenn weniger Gas ins deutsche Gasnetz kommt als verbraucht wird, reden wir von Gasmangellage.

Gut zu wissen: Gasmangellage heißt nicht automatisch, dass kein Gas mehr fließt, sondern dass weniger Gas im Netz ist. Und das bedeutet: Das vorhandene Gas muss neu oder anders verteilt werden, damit das Gasnetz weiter stabil und sicher betrieben werden kann.

Wenn es zu einer Gasmangellage kommt – das heißt, wenn weniger Gas ins Netz kommt als verbraucht wird – erhält die Bundesnetzagentur besondere Befugnisse. Bei ihr laufen dann alle Informationen über die aktuelle Versorgungslage zusammen und sie bestimmt die weitere Vorgehensweise.

Wir, als sogenannter Verteilnetzbetreiber, der die Leitungen bis zu den Endkunden betreibt, haben im ersten Schritt vor allem eine Aufgabe: Der Bundesnetzagentur die Abnahmemengen der verschiedenen Verbrauchergruppen zu nennen. Danach wird entschieden, wo Gas eingespart werden kann.

Gut zu wissen: Haushalte gehören zu den sogenannten geschützten Kunden. Das heißt, sie haben wie zum Beispiel Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr oder soziale Einrichtungen Vorrang und bekommen auch bei einer Gasmangellage weiter Gas zum Heizen und Kochen.

 

Das Ziel, die größtmögliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wird derzeit von der Bundesregierung und der EU auf zwei Wegen verfolgt. Einerseits über den Ankauf von flüssigem Erdgas (LNG, Liquefied Natural Gas), andererseits über die Schaffung von Gasreserven. 

Da Erdgas nicht nur zentraler Brennstoff in der Wärmeerzeugung ist, sondern auch in der Stromerzeugung Anwendung findet, ist es nur folgerichtig, dass sowohl Deutschland als auch die EU Maßnahmen planen bzw. ergreifen, um die Importabhängigkeit von russischem Gas schnellstmöglich zu reduzieren.

Mittelfristig werden der massive Ausbau erneuerbarer Energien, eine diversere Lieferstruktur und der Hochlauf von Wasserstoff bedeutsam für eine diversifizierte Versorgungssicherheit sein.

Der Krieg gegen die Ukraine ist nur eine der Ursachen dafür, dass die Preise für Erdgas und Energie allgemein deutlich gestiegen sind. Schon im Herbst 2021 sind die Börsenpreise nach oben geschossen, weil sich nach den Lockdowns die Wirtschaft schnell erholt hat und damit auch die Nachfrage nach Erdgas stark gestiegen ist.

Wie sich die Lage zukünftig entwickelt und zu welchen Preisen wir bei den unruhigen Energiemärkten Gas zukünftig einkaufen, können wir heute noch nicht sagen.